Schlangen in Bayern: Arten, Vorkommen und Gefahr

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In Bayern leben mehrere Schlangenarten – darunter mit der Kreuzotter auch eine Giftschlange. Für Wanderer und Urlauber besteht trotzdem normalerweise kein Grund zur Sorge. Begegnungen sind vergleichsweise selten, und die heimischen Schlangen versuchen Menschen in der Regel auszuweichen.

Interessant ist die Vielfalt: Neben der bekannten Ringelnatter kommen in Bayern die Schlingnatter, die seltene Äskulapnatter, die Kreuzotter sowie die Barrenringelnatter beziehungsweise Alpen-Barrenringelnatter vor. Die Verbreitung unterscheidet sich allerdings erheblich. Einige Arten kommen in weiten Teilen Bayerns vor, andere besitzen nur wenige regionale Vorkommen.

Kreuzotter
Kreuzotter, KI-Bild

Besonders häufig suchen Urlauber nach der Frage, welche Schlangen in Bayern giftig sind. Die Antwort ist einfach: Unter den heimischen Arten ist nur die Kreuzotter (Vipera berus) giftig. Ihr Biss muss medizinisch ernst genommen werden, die Schlange greift Menschen aber nicht aktiv an.

In diesem Artikel stellen wir die Schlangen Bayerns einzeln vor. Wir erklären Größe, Aussehen, typische Erkennungsmerkmale und Lebensräume und gehen darauf ein, wo die Arten vorkommen. Außerdem zeigen wir, wie man die Kreuzotter von harmlosen Schlangen unterscheiden kann und wie man sich bei einer Begegnung richtig verhält.


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Welche Schlangen gibt es in Bayern?

Bei den heimischen Schlangen Bayerns sind vor allem folgende Arten von Bedeutung:

Art Wissenschaftlicher Name Giftig? Vorkommen in Bayern
Ringelnatter Natrix natrix Nein In Bayern weit verbreitet, besonders in der Nähe von Gewässern
Barrenringelnatter Natrix helvetica Nein In Bayern selten und regional begrenzt
Schlingnatter Coronella austriaca Nein Regional verbreitet, unter anderem Jura, Mainfranken, Donautal und Voralpenflüsse
Äskulapnatter Zamenis longissimus Nein Sehr selten; Schwerpunkt im Südosten Bayerns
Kreuzotter Vipera berus Ja Vor allem geeignete kühle und strukturreiche Lebensräume, unter anderem Moore, Wälder und Alpen

Die Bestände einiger dieser Arten sind stark zurückgegangen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt sind zahlreiche heimische Reptilien selten oder gefährdet. Ursachen sind insbesondere der Verlust geeigneter Lebensräume und die zunehmende Zerschneidung der verbliebenen Lebensräume.

Gibt es giftige Schlangen in Bayern?

Ja. Die Kreuzotter ist die einzige in Bayern heimische Giftschlange.

Diese Tatsache klingt zunächst beunruhigender, als sie für Wanderer und Urlauber tatsächlich ist. Kreuzottern sind scheue Tiere. Sie jagen keine Menschen und greifen Menschen nicht von sich aus an.

Zu einem Biss kann es vor allem kommen, wenn die Schlange überrascht wird und keine Möglichkeit zur Flucht besitzt. Denkbar ist beispielsweise, dass jemand versehentlich auf ein Tier tritt oder versucht, eine Kreuzotter anzufassen.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist ausdrücklich darauf hin, dass Kreuzotterbisse selten sind. Trotzdem ist ein Biss kein Fall für Selbstbehandlung: Nach einem vermuteten Kreuzotterbiss sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wie man sich nach einem Schlangenbiss richtig verhält, erklären wir weiter unten ausführlich.


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Kreuzotter in Bayern: die einzige heimische Giftschlange

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist wahrscheinlich die bekannteste Schlange Bayerns. Gleichzeitig wird kaum eine heimische Schlange so häufig gefürchtet oder mit anderen Arten verwechselt.

Sie gehört zu den Vipern und unterscheidet sich in mehreren Punkten von Ringelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter.

Wie erkennt man eine Kreuzotter?

Das bekannteste Merkmal ist das dunkle Zickzackband auf dem Rücken. Bei vielen Exemplaren zieht sich diese Zeichnung deutlich sichtbar vom Nacken bis in Richtung Schwanz.

Allerdings sollte man sich niemals ausschließlich auf dieses Merkmal verlassen. Kreuzottern können sehr unterschiedlich gefärbt sein.

Die Grundfarbe reicht unter anderem von Grau und Braun bis zu rötlich-braunen Farbtönen. Männchen wirken häufig kontrastreicher als Weibchen.

Daneben gibt es vollständig oder fast vollständig schwarze Kreuzottern. Diese melanistische Farbform wird umgangssprachlich auch als Höllenotter bezeichnet. Bei einem schwarzen Tier kann das typische Zickzackmuster kaum oder überhaupt nicht sichtbar sein.

Typische Merkmale einer Kreuzotter sind:

  • relativ kurzer und kräftiger Körper,
  • deutlich vom Körper abgesetzter Kopf,
  • häufig dunkles Zickzackband auf dem Rücken,
  • senkrecht geschlitzte Pupillen,
  • vergleichsweise kurzer Schwanz,
  • sehr variable Grundfärbung,
  • gelegentlich vollständig schwarze Exemplare.

Die Pupillen sind ein gutes Unterscheidungsmerkmal, allerdings sollte selbstverständlich niemand einer Schlange so nahe kommen, nur um ihre Pupillen zu untersuchen. Für Wanderer ist die Betrachtung aus sicherer Entfernung vollkommen ausreichend.

Wie groß wird eine Kreuzotter?

Kreuzottern sind keine besonders großen Schlangen. Meist bleiben sie deutlich unter einem Meter Länge. Ihr Körper wirkt im Verhältnis zur Länge relativ gedrungen.

Genau dieser kompakte Körperbau kann bei der Unterscheidung helfen. Eine ausgewachsene Äskulapnatter ist beispielsweise wesentlich länger und schlanker.

Wo gibt es Kreuzottern in Bayern?

Die Kreuzotter benötigt geeignete strukturreiche Lebensräume. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt besiedelt sie in Bayern unter anderem:

  • Moorgebiete,
  • Wildflussauen,
  • lichte Wälder,
  • Heiden,
  • alpine Matten,
  • sonnige Saumbereiche,
  • extensiv genutzte Streuwiesen und
  • bestimmte Abbaugebiete.

Entscheidend ist eine Kombination aus Sonnenplätzen, Verstecken, geeigneten Rückzugsorten und ausreichend Beutetieren.

Für Touristen bedeutet das: Eine Begegnung ist eher bei Wanderungen durch naturnahe Landschaften möglich als mitten in einer dicht bebauten Innenstadt.

Wer von München aus in Richtung Alpen fährt, findet zahlreiche Wandergebiete. Einen Überblick über eines der wichtigsten touristischen Ziele der Region gibt unser Reiseführer zu Garmisch-Partenkirchen und seinen Sehenswürdigkeiten.

Gibt es Kreuzottern in den Bayerischen Alpen?

Ja. Die Kreuzotter kommt auch in alpinen Lebensräumen vor. Sie ist an vergleichsweise kühle Bedingungen wesentlich besser angepasst als viele andere europäische Schlangen.

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Wanderer bei einer normalen Bergwanderung ständig Kreuzottern begegnen. Die Tiere leben versteckt und nehmen Erschütterungen durch sich nähernde Menschen wahr. Wenn eine Fluchtmöglichkeit vorhanden ist, versuchen sie normalerweise, einer Begegnung auszuweichen.

Gibt es schwarze Kreuzottern in Bayern?

Ja. Vollständig oder weitgehend schwarze Kreuzottern kommen vor. Ursache ist eine besonders starke Einlagerung dunkler Pigmente, der sogenannte Melanismus.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist darauf hin, dass melanistische Farbformen bei der Kreuzotter vergleichsweise häufig auftreten können. Die schwarze Variante wird traditionell als Höllenotter bezeichnet.

Eine Höllenotter ist also keine eigene Schlangenart. Es handelt sich um eine schwarze Farbvariante der Kreuzotter.

Auch ihr Gift ist nicht grundsätzlich „stärker“, nur weil das Tier schwarz gefärbt ist.


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Wie gefährlich ist die Kreuzotter für Menschen?

Die Kreuzotter besitzt ein wirksames Gift, das sie vor allem zur Jagd auf Beutetiere benötigt. Für Menschen sind Bisse dennoch selten.

Das liegt vor allem am Verhalten der Schlange. Kreuzottern suchen keine Konfrontation mit Menschen. Ein Mensch ist für eine Kreuzotter weder Beute noch ein Tier, das sie aktiv verfolgen würde.

Die meisten gefährlichen Situationen lassen sich deshalb einfach vermeiden:

  • Schlangen niemals anfassen.
  • Beim Wandern auf den Weg und den Boden achten.
  • In unübersichtlichem Gelände festes Schuhwerk tragen.
  • Nicht mit der Hand in unbekannte Felsspalten oder unter Holz greifen.
  • Einer entdeckten Schlange ausreichend Platz zur Flucht lassen.

Wer eine Kreuzotter sieht, kann stehen bleiben beziehungsweise langsam Abstand gewinnen und das Tier aus sicherer Entfernung beobachten. Für ein Foto sollte man sich nicht unmittelbar vor die Schlange setzen oder ihren Fluchtweg blockieren.

Sind Kreuzotterbisse tödlich?

Ein Kreuzotterbiss ist ernst zu nehmen, bedeutet aber keineswegs automatisch Lebensgefahr. Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt schwere beziehungsweise tödliche Ereignisse als außerordentlich selten.

Wie stark ein Mensch reagiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die tatsächlich abgegebene Giftmenge, die Bissstelle sowie Alter und körperlicher Zustand der betroffenen Person.

Besondere Vorsicht ist beispielsweise bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit schweren Vorerkrankungen angebracht. Auch allergische Reaktionen sind grundsätzlich möglich.

Wichtig ist deshalb eine klare Regel:

Nach einem vermuteten Biss einer Kreuzotter sollte man nicht abwarten, sondern medizinische Hilfe organisieren.

Kann eine Kreuzotter auch ohne Gift beißen?

Ja. Bei einem Biss muss nicht zwangsläufig Gift injiziert werden. Solche sogenannten trockenen Bisse sind möglich.

Für die betroffene Person ist jedoch nicht zuverlässig erkennbar, ob beziehungsweise wie viel Gift abgegeben wurde. Deshalb sollte auch ein scheinbar harmloser Biss medizinisch beurteilt werden.

Ringelnatter in Bayern: häufig und harmlos

Die Ringelnatter (Natrix natrix) gehört zu den bekanntesten Schlangen Deutschlands und ist auch in Bayern verbreitet. Im Gegensatz zur Kreuzotter ist sie für Menschen nicht giftig.

Ringelnatter
Ringelnatter, KI-Bild

Ringelnattern sind stark an Lebensräume mit geeigneten Nahrungsquellen gebunden. Man findet sie deshalb häufig in der Umgebung von Teichen, Seen, Flüssen, Feuchtgebieten und anderen Gewässern.

Da Frösche und andere Amphibien zu ihrer Nahrung gehören, sind naturnahe Gewässer besonders interessant.

Wie erkennt man eine Ringelnatter?

Das auffälligste Erkennungsmerkmal befindet sich unmittelbar hinter dem Kopf. Viele Ringelnattern besitzen dort zwei helle, häufig gelbliche bis weißliche Flecken, die von dunklen Bereichen begrenzt werden.

Diese Zeichnung wirkt aus einiger Entfernung wie ein heller Ring oder Halbmond und gab der Ringelnatter ihren deutschen Namen.

Typische Merkmale sind:

  • schlanker Körper,
  • runde Pupillen,
  • meist graue, graubraune oder olivfarbene Grundfärbung,
  • charakteristische helle Nackenflecken,
  • häufig in der Nähe von Wasser.

Auch bei Ringelnattern existieren Farbvarianten. Nicht jedes Tier entspricht deshalb exakt dem typischen Bild aus einem Bestimmungsbuch.

Können Ringelnattern schwimmen?

Ja. Ringelnattern sind ausgezeichnete Schwimmer. Eine Schlange, die sich durch einen See oder Teich bewegt, muss daher keineswegs eine exotische oder gefährliche Art sein.

Gerade an bayerischen Seen und Feuchtgebieten kann eine schwimmende Ringelnatter beobachtet werden.

Für Badegäste besteht dadurch normalerweise keine Gefahr. Eine Ringelnatter betrachtet einen schwimmenden Menschen nicht als Beute und versucht einer direkten Begegnung eher auszuweichen.

Informationen zu zwei bekannten Seen im Münchner Umland finden Sie in unseren Artikeln über den Starnberger See und den Ammersee.

Was macht eine Ringelnatter bei Gefahr?

Ihre wichtigste Strategie ist die Flucht. Wird eine Ringelnatter bedrängt und kann nicht entkommen, besitzt sie jedoch mehrere ungewöhnliche Verteidigungsmechanismen.

Sie kann beispielsweise zischen, sich größer erscheinen lassen und ein übel riechendes Sekret absondern. Bekannt ist außerdem das sogenannte Totstellen: Das Tier liegt dabei scheinbar leblos auf dem Boden.

Für einen Beobachter gilt trotzdem: nicht anfassen. Auch eine ungiftige Schlange sollte weder gefangen noch bedrängt werden.

Barrenringelnatter in Bayern

Neben der Ringelnatter wird in Bayern auch die Barrenringelnatter (Natrix helvetica) geführt. Ihre taxonomische Einordnung wurde in den vergangenen Jahren gegenüber älterer Literatur verändert. Früher wurde sie häufig als Unterart der Ringelnatter betrachtet, heute wird sie als eigene Art behandelt.

Barren-Ringelnatter
Barren-Ringelnatter, KI-Bild

In Bayern ist sie wesentlich seltener als die klassische Ringelnatter. Der Name bezieht sich auf dunkle, seitliche Barren beziehungsweise Flecken, die bei typischen Exemplaren auffallen können.

Auch die Barrenringelnatter ist keine für Menschen gefährliche Giftschlange.

Für Urlauber ist die genaue Unterscheidung zwischen Ringelnatter und Barrenringelnatter meist weniger wichtig als die Abgrenzung zur Kreuzotter. Wer eine Schlange lediglich kurz aus einigen Metern Entfernung sieht, sollte eine Artbestimmung ohnehin nicht erzwingen.

Schlingnatter in Bayern: häufig mit der Kreuzotter verwechselt

Die Schlingnatter (Coronella austriaca) ist für unseren Artikel besonders wichtig, weil sie immer wieder mit der Kreuzotter verwechselt wird.

Diese Verwechslung ist für die Schlingnatter problematisch. Sie ist vollkommen harmlos für Menschen und gehört in Bayern zu den gefährdeten beziehungsweise stark gefährdeten Reptilien.

Schlingnatter
Schlingnatter, KI-Bild

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt besitzt die Schlingnatter in Bayern Verbreitungsschwerpunkte unter anderem im Jura, in den Mainfränkischen Platten, im Donautal und entlang der Voralpenflüsse. An klimatisch geeigneten Stellen kann sie bis in höhere Lagen vorkommen.

Wie erkennt man eine Schlingnatter?

Die Schlingnatter ist eine relativ kleine und schlanke Schlange. Ihre Färbung kann grau, bräunlich oder rötlich-braun wirken.

Auf dem Rücken befinden sich dunkle Flecken. Diese können aus einiger Entfernung den Eindruck eines Musters erwecken und dadurch zur Verwechslung mit einer Kreuzotter führen.

Typisch ist außerdem ein dunkler Streifen, der seitlich durch beziehungsweise hinter den Augen verläuft.

Wichtige Merkmale sind:

  • schlanker Körper,
  • runde Pupillen,
  • dunkle Flecken auf dem Rücken,
  • dunkler Augenstreifen,
  • kein typisches durchgehendes Kreuzotter-Zickzackband,
  • ungiftig für Menschen.

Schlingnatter oder Kreuzotter?

Die Unterscheidung ist nicht immer so einfach, wie manche vereinfachten Bestimmungsgrafiken vermuten lassen.

Merkmal Schlingnatter Kreuzotter
Giftig Nein Ja
Körperbau Eher schlank Eher kräftig und gedrungen
Pupille Rund Senkrecht geschlitzt
Rückenzeichnung Fleckenmuster Häufig deutliches Zickzackband
Kopfform Weniger stark abgesetzt Meist deutlicher vom Hals abgesetzt
Schwarze Farbform Nicht das typische Erscheinungsbild Melanistische Tiere kommen vor

Wichtig: Eine unbekannte Schlange sollte niemals aufgenommen werden, um die Art zu bestimmen. Im Zweifelsfall hält man Abstand und lässt das Tier weiterziehen.

Äskulapnatter in Bayern: selten, aber beeindruckend groß

Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist eine der interessantesten Schlangen Bayerns. Sie ist ungiftig, kann aber erheblich größer werden als Kreuzotter und Schlingnatter.

Äskulapnatter
Äskulapnatter, KI-Bild

Ihr Vorkommen in Bayern ist stark begrenzt. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt liegen wichtige natürliche Vorkommen im Südosten Bayerns, unter anderem im Raum Passau, am Inn, an der Salzach bei Burghausen sowie im Gebiet von Bad Reichenhall und Berchtesgaden.

Die Art bevorzugt warme, strukturreiche Lebensräume. Dazu gehören lichte Laubwälder, sonnige Hänge, Trockenmauern, Felsen, Geröllbereiche und andere Stellen, an denen warme und kühlere Rückzugsbereiche dicht nebeneinander liegen.

Wie erkennt man eine Äskulapnatter?

Erwachsene Äskulapnattern wirken lang und schlank. Die Grundfarbe ist häufig olivbraun, braun oder gelblich-braun. Viele Schuppen können helle Bereiche besitzen, wodurch ein feines Muster entsteht.

Typisch sind:

  • sehr schlanker und langer Körper,
  • relativ gleichmäßige braune bis olivfarbene Färbung bei erwachsenen Tieren,
  • runde Pupillen,
  • ungiftig,
  • gute Kletterfähigkeit.

Junge Äskulapnattern sehen anders aus als ausgewachsene Tiere und können aufgrund ihrer hellen Nackenzeichnung sogar mit Ringelnattern verwechselt werden.

Kann die Äskulapnatter klettern?

Ja. Die Äskulapnatter ist ein guter Kletterer. Sie kann Büsche und Bäume nutzen und kommt auch mit vom Menschen geschaffenen Strukturen wie Mauern oder Holzstapeln zurecht.

Eine große Schlange an einer erhöhten Stelle muss deshalb nicht aus einem Terrarium entkommen sein. In den wenigen bayerischen Gebieten mit Äskulapnattern kann ein solches Verhalten vollkommen natürlich sein.

Zwischenfazit: Die meisten Schlangen in Bayern sind harmlos

Für Urlauber und Wanderer lässt sich bereits nach den wichtigsten Arten eine klare Aussage treffen: Die große Mehrheit der heimischen Schlangen stellt keine Gefahr für Menschen dar.

Ringelnatter, Barrenringelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter sind keine für Menschen gefährlichen Giftschlangen. Lediglich die Kreuzotter besitzt einen Giftapparat, mit dem sie bei einem Verteidigungsbiss Gift injizieren kann.

Auch bei der Kreuzotter besteht kein Grund zur Panik. Wer Abstand hält, die Schlange nicht anfasst und ihr eine Fluchtmöglichkeit lässt, reduziert das ohnehin geringe Risiko einer gefährlichen Begegnung erheblich.

Wo kommen Schlangen in Bayern besonders häufig vor?

Schlangen sind in Bayern nicht gleichmäßig verteilt. Entscheidend sind geeignete Lebensräume, ausreichend Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Plätze zum Sonnen. Deshalb kann es in einer Region mehrere Schlangenarten geben, während sie in intensiv genutzten Landschaften nur selten zu beobachten sind.

Besonders geeignet sind strukturreiche Landschaften mit einem Wechsel aus sonnigen und geschützten Bereichen. Dazu gehören beispielsweise Waldränder, Böschungen, Trockenmauern, Steinbrüche, Moore, Feuchtgebiete, Flussauen und naturnahe Gärten.

Welche Art vorkommt, hängt stark vom Lebensraum ab. Ringelnattern findet man beispielsweise häufig in der Nähe von Gewässern, während Kreuzottern auch Moore, lichte Wälder und alpine Lebensräume besiedeln. Schlingnattern bevorzugen dagegen häufig trockene, sonnige und strukturreiche Standorte.

Typische Lebensräume von Schlangen in Bayern

  • Waldränder und Waldlichtungen
  • sonnige Böschungen
  • Trockenmauern und Steinflächen
  • Moore und Feuchtwiesen
  • Fluss- und Bachufer
  • Teiche und Seen
  • Heideflächen
  • Steinbrüche und Kiesgruben
  • naturnahe Gärten
  • alpine und voralpine Landschaften

Für Wanderer bedeutet das nicht, dass an solchen Orten zwangsläufig Schlangen zu sehen sind. Selbst in guten Schlangengebieten bleiben Begegnungen häufig Zufall. Die Tiere sind gut getarnt und ziehen sich bei Störungen normalerweise zurück.

Schlangen in München und Umgebung

Auch im Großraum München kommen Schlangen vor. Dabei muss man zwischen dicht bebauten Stadtteilen und naturnahen Bereichen im Umland unterscheiden.

Interessante Lebensräume befinden sich beispielsweise entlang von Flüssen, an Gewässern, in größeren Grünflächen und in den ausgedehnten Waldgebieten rund um München. Ringelnattern können vor allem dort vorkommen, wo Amphibien und geeignete Gewässer vorhanden sind.

Ein großer Naturraum südlich der Stadt ist der Forstenrieder Park. Informationen für Besucher gibt es in unserem Artikel über den Wildpark Forstenried.

Auch der Englische Garten in München besitzt mit seinen Gewässern und Grünflächen grundsätzlich geeignete Lebensräume für verschiedene Wildtiere. Eine Schlangenbegegnung gehört bei einem normalen Spaziergang dennoch nicht zu den typischen Erlebnissen eines München-Besuchs.

Gibt es Kreuzottern in München?

Die Frage wird häufig gestellt, sollte aber geografisch genau betrachtet werden. Die Kreuzotter kommt in Bayern vor und besitzt auch in Südbayern geeignete Lebensräume. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie eine typische Schlange des Münchner Stadtgebiets wäre.

Wesentlich eher ist mit Kreuzottern in geeigneten naturnahen Lebensräumen außerhalb dichter Bebauung sowie in Teilen des Alpen- und Voralpenraums zu rechnen.

Wer von München zu Wanderungen in die Berge fährt, sollte deshalb wissen, wie eine Kreuzotter ungefähr aussieht. Angst vor Schlangen ist aber kein Grund, auf eine Wanderung zu verzichten.

Schlangen in den Bayerischen Alpen

Die Bayerischen Alpen bieten sehr unterschiedliche Lebensräume. Wälder, Almen, felsige Hänge, Feuchtgebiete und sonnige Böschungen liegen teilweise dicht nebeneinander. Entsprechend können hier auch Reptilien vorkommen.

Von besonderem Interesse ist die Kreuzotter. Sie gehört zu den wenigen europäischen Schlangenarten, die mit relativ kühlen klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen.

Eine weitere Besonderheit des südöstlichen Bayerns ist die Äskulapnatter. Ihre bayerischen Vorkommen konzentrieren sich auf wenige klimatisch geeignete Regionen, darunter Gebiete um Bad Reichenhall und Berchtesgaden.

Wer einen Urlaub im Alpenraum plant, findet in unserem Reiseführer weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in Garmisch-Partenkirchen.

Wann sieht man beim Wandern am ehesten eine Schlange?

Schlangen sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur hängt wesentlich stärker von der Umgebungstemperatur ab als bei Säugetieren. Deshalb nutzen sie geeignete Stellen, um sich aufzuwärmen.

Eine Begegnung ist beispielsweise möglich, wenn eine Schlange auf einem sonnigen Weg, einer warmen Steinfläche oder am Rand einer Böschung liegt.

Besonders aufmerksam sollte man deshalb dort sein, wo sonnige und geschützte Bereiche zusammentreffen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Wanderer ständig den Boden nach Schlangen absuchen müssen.

Normales, aufmerksames Wandern und festes Schuhwerk sind in der Regel vollkommen ausreichend.

Was tun, wenn man beim Wandern eine Schlange sieht?

Die wichtigste Regel lautet: Abstand halten und die Schlange in Ruhe lassen.

Man muss weder weglaufen noch versuchen, das Tier zu vertreiben. In den meisten Fällen wird eine Schlange selbst versuchen, sich zurückzuziehen.

Bei einer Begegnung empfiehlt sich folgendes Verhalten:

  1. Stehen bleiben oder langsam Abstand gewinnen.
  2. Die Schlange nicht anfassen.
  3. Den Fluchtweg des Tieres nicht blockieren.
  4. Kinder und Hunde zurückhalten.
  5. Nicht mit einem Stock nach der Schlange schlagen oder sie anstupsen.
  6. Für Fotos einen deutlichen Abstand einhalten.
  7. Warten, bis sich das Tier entfernt hat.

Wer nicht sicher erkennt, ob es sich um eine Kreuzotter oder eine ungiftige Art handelt, behandelt die Schlange einfach so, als könnte sie giftig sein: Abstand halten und nicht berühren.

Warum fliehen Schlangen nicht immer sofort?

Manchmal bleibt eine Schlange liegen, obwohl sich ein Mensch nähert. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie angreifen möchte.

Eine Schlange kann auf ihre Tarnung vertrauen oder versuchen, möglichst unauffällig zu bleiben. Außerdem benötigen wechselwarme Tiere eine gewisse Körpertemperatur, um besonders schnell reagieren zu können.

Problematisch wird eine Situation vor allem dann, wenn das Tier bedrängt oder in die Enge getrieben wird. Deshalb sollte man ihm immer ausreichend Platz lassen.

Was tun bei einem Kreuzotterbiss?

Ein vermuteter Kreuzotterbiss sollte medizinisch abgeklärt werden. Auch wenn zunächst nur geringe Beschwerden auftreten, lässt sich die weitere Reaktion nicht zuverlässig vorhersagen.

Nach einem Biss sollte die betroffene Person möglichst ruhig bleiben. Unnötige körperliche Anstrengung sollte vermieden werden.

Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • Ruhe bewahren.
  • Die gebissene Person möglichst wenig körperlich belasten.
  • Ringe, Armbänder oder andere einengende Gegenstände an der betroffenen Extremität frühzeitig entfernen, falls eine Schwellung entsteht.
  • Medizinische Hilfe organisieren.
  • Bei deutlichen Beschwerden oder einer Verschlechterung den Rettungsdienst verständigen.
  • Den Zeitpunkt des Bisses merken.

Man sollte nicht versuchen, die Schlange einzufangen. Für die medizinische Behandlung ist es nicht sinnvoll, einen weiteren Biss zu riskieren.

Was sollte man nach einem Schlangenbiss nicht tun?

Einige traditionelle Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Schlangenbissen gelten heute als ungeeignet oder können zusätzliche Schäden verursachen.

Nicht empfehlenswert sind insbesondere:

  • die Bissstelle aufzuschneiden,
  • das Gift mit dem Mund auszusaugen,
  • die Wunde auszubrennen,
  • eine Extremität mit einem improvisierten Tourniquet abzubinden,
  • Alkohol zur vermeintlichen Behandlung zu trinken,
  • die Schlange zu verfolgen oder einzufangen.

Die sinnvollste Maßnahme ist eine professionelle medizinische Beurteilung.

Wie sieht ein Kreuzotterbiss aus?

Typischerweise können an der Bissstelle kleine Einstichstellen der Giftzähne sichtbar sein. Allerdings ist das Erscheinungsbild nicht immer eindeutig.

Mögliche Beschwerden nach einem giftigen Biss sind unter anderem:

  • Schmerzen im Bereich der Bissstelle,
  • Schwellungen,
  • Rötungen oder Verfärbungen,
  • Übelkeit,
  • Schwindel,
  • Kreislaufbeschwerden.

Art und Stärke der Symptome können erheblich variieren. Deshalb sollte die Entscheidung über die weitere Behandlung medizinischem Fachpersonal überlassen werden.


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Sind Schlangen für Kinder gefährlicher?Bei Kindern ist nach einem möglichen Kreuzotterbiss besondere Vorsicht erforderlich. Da Kinder ein geringeres Körpergewicht besitzen, kann eine vergleichbare Giftmenge im Verhältnis zum Körpergewicht stärker ins Gewicht fallen.

Kinder sollten deshalb in bekannten Schlangengebieten früh lernen, unbekannte Tiere nicht anzufassen. Das gilt übrigens nicht nur für Schlangen.

Sieht ein Kind beim Wandern eine Schlange, sollte es Abstand halten und einen Erwachsenen darauf aufmerksam machen.

Schlangen und Hunde: Was sollten Hundehalter beachten?

Hunde können einer Schlange wesentlich näher kommen als Menschen. Sie schnüffeln im Gras, untersuchen Gebüsch und versuchen gelegentlich, ein unbekanntes Tier zu fangen.

In Gebieten mit Kreuzottern kann deshalb ein gewisses Risiko bestehen.

Wer mit einem Hund in entsprechendem Gelände unterwegs ist, sollte verhindern, dass das Tier eine entdeckte Schlange bedrängt.

Nach einem vermuteten Schlangenbiss sollte ein Hund möglichst wenig laufen und schnell tierärztlich untersucht werden.

Können Schlangen in bayerischen Gärten vorkommen?

Ja. Ein Garten kann für Schlangen attraktiv sein, wenn er geeignete Verstecke, Nahrung und warme Plätze bietet.

Mögliche Aufenthaltsorte sind:

  • Komposthaufen,
  • Holzstapel,
  • Trockenmauern,
  • Gartenteiche,
  • dichte Hecken,
  • Steinhaufen,
  • sonnige Böschungen.

Besonders Ringelnattern können von naturnahen Gartenteichen profitieren, wenn dort Amphibien vorkommen.

Was tun bei einer Schlange im Garten?

Eine heimische Schlange im Garten sollte normalerweise einfach in Ruhe gelassen werden. Sie verschwindet häufig von selbst wieder.

Man sollte das Tier nicht mit der Hand aufnehmen und nicht versuchen, es zu töten. Heimische Reptilien stehen unter gesetzlichem Schutz.

Wer unsicher ist, welche Art sich im Garten befindet, kann aus sicherer Entfernung ein Foto aufnehmen und die Art anschließend bestimmen lassen.

Können Schlangen ins Haus kommen?

Grundsätzlich ist es möglich, dass sich eine Schlange durch eine offene Tür, einen Kellerzugang oder andere Öffnungen in ein Gebäude verirrt. Häufig ist das allerdings nicht.

Interessanter können für Schlangen Nebengebäude, Schuppen, Holzlager oder andere wenig gestörte Bereiche sein. Dort finden sie möglicherweise Verstecke und geeignete Temperaturen.

Wer eine Schlange in einem Gebäude findet und die Art nicht sicher bestimmen kann, sollte sie nicht mit bloßen Händen einfangen.

Gibt es Wasserschlangen in Bayern?

Der Begriff „Wasserschlange“ wird umgangssprachlich häufig für Schlangen verwendet, die regelmäßig schwimmen oder in Gewässernähe leben.

In Bayern trifft das besonders auf Ringelnattern zu. Sie können ausgezeichnet schwimmen und werden gelegentlich in Seen, Teichen oder Flüssen beobachtet.

Eine Schlange im Wasser ist daher nicht automatisch gefährlich.

Für Badegäste an bayerischen Seen besteht durch Ringelnattern normalerweise keine Gefahr. Wer ein Tier entdeckt, sollte ihm lediglich Platz lassen.

Gibt es Schlangen am Starnberger See?

Rund um große Seen existieren grundsätzlich geeignete Lebensräume für Ringelnattern und andere Reptilien. Entscheidend sind naturnahe Uferbereiche, Feuchtgebiete, Nahrung und geeignete Rückzugsorte.

Eine schwimmende Schlange kann für Badegäste zunächst überraschend wirken. Ringelnattern sind jedoch harmlose und sehr gute Schwimmer.

Wer einen Ausflug plant, findet weitere Informationen zu Badestellen, Orten und Sehenswürdigkeiten in unserem Artikel über den Starnberger See.

Gibt es Schlangen am Ammersee?

Auch am Ammersee und in den umliegenden Feuchtgebieten finden Reptilien grundsätzlich geeignete Lebensräume. Besonders naturnahe Uferzonen sind für viele Tierarten wertvoll.

Für Besucher gilt dieselbe Regel wie an anderen Seen: Eine entdeckte Schlange sollte nicht verfolgt oder gefangen werden.

Weitere Informationen für einen Tagesausflug gibt es in unserem Reiseführer zum Ammersee.

Was fressen die Schlangen in Bayern?

Die Nahrung unterscheidet sich zwischen den Arten deutlich.

Schlangenart Typische Beutetiere
Ringelnatter Vor allem Amphibien, teilweise Fische und andere kleine Tiere
Barrenringelnatter Vor allem Amphibien und andere kleine Wirbeltiere
Schlingnatter Vor allem Eidechsen und andere Reptilien, außerdem kleine Säugetiere
Äskulapnatter Kleine Säugetiere, Vögel und andere kleine Wirbeltiere
Kreuzotter Vor allem kleine Säugetiere, außerdem Amphibien und Eidechsen

Menschen gehören selbstverständlich bei keiner dieser Arten zum Beutespektrum.

Wie überwintern Schlangen in Bayern?

Die kalten bayerischen Winter stellen für wechselwarme Reptilien eine besondere Herausforderung dar. Schlangen verbringen die kalte Jahreszeit deshalb in geschützten Winterquartieren.

Dafür eignen sich beispielsweise frostgeschützte Spalten, Hohlräume, Bereiche zwischen Steinen oder andere geschützte Plätze im Boden.

Während dieser Zeit sind die Tiere weitgehend inaktiv. Erst mit steigenden Temperaturen im Frühjahr werden sie wieder aktiv.

Deshalb konzentrieren sich Schlangenbeobachtungen in Bayern vor allem auf die wärmeren Monate.

Wann sind Schlangen in Bayern aktiv?

Die Aktivitätszeit hängt von Art, Höhenlage und Witterung ab. In tieferen und wärmeren Regionen können Tiere früher im Jahr aktiv werden als in höheren Lagen der Alpen.

Im Frühjahr sind Sonnenplätze besonders wichtig. Nach der Winterruhe müssen die Tiere ihre Körpertemperatur erhöhen. Im Hochsommer können sehr heiße Mittagsstunden dagegen weniger günstig sein.

Auch deshalb ist die Vorstellung falsch, Schlangen würden ausschließlich bei extremer Hitze auftreten.

Sind Schlangen in Bayern geschützt?

Ja. Heimische Schlangen dürfen nicht einfach gefangen, verletzt oder getötet werden. Für Besucher bedeutet das vor allem: beobachten statt eingreifen.

Der Schutz ist wichtig, weil viele Reptilienbestände unter dem Verlust und der Zerschneidung geeigneter Lebensräume leiden.

Trockenmauern verschwinden, Feuchtgebiete werden verändert, Verkehrswege trennen Lebensräume und intensiv genutzte Landschaften bieten vielerorts weniger Rückzugsmöglichkeiten.

Schlangen erfüllen gleichzeitig eine wichtige ökologische Funktion. Sie sind sowohl Räuber als auch Beutetiere und damit Bestandteil natürlicher Nahrungsketten.

Welche Schlange in Bayern ist am gefährlichsten?

Die Antwort ist eindeutig: Die Kreuzotter ist die einzige heimische Giftschlange Bayerns und damit die medizinisch relevanteste Art.

„Gefährlich“ sollte allerdings nicht mit „aggressiv“ verwechselt werden. Kreuzottern sind keine Tiere, die Menschen verfolgen oder gezielt angreifen.

Das Risiko entsteht hauptsächlich dann, wenn ein Tier bedrängt, angefasst oder versehentlich getreten wird.

Welche ist die größte Schlange in Bayern?

Unter den heimischen Arten ist die Äskulapnatter die auffälligste Großschlange. Erwachsene Tiere können deutlich länger werden als Kreuzottern, Ringelnattern und Schlingnattern.

Ihre Größe macht sie allerdings nicht gefährlicher. Die Äskulapnatter ist ungiftig.

Eine lange Schlange ist also nicht automatisch eine gefährliche Schlange. Im Gegenteil: Die einzige heimische Giftschlange Bayerns, die Kreuzotter, bleibt vergleichsweise klein.

Welche Schlange wird in Bayern am häufigsten verwechselt?

Besonders problematisch ist die Verwechslung zwischen Schlingnatter und Kreuzotter.

Beide können eine braune oder graue Grundfärbung besitzen und auf dem Rücken dunkle Zeichnungen zeigen. Bei einer kurzen Beobachtung aus größerer Entfernung kann deshalb Unsicherheit entstehen.

Die Schlingnatter besitzt jedoch runde Pupillen und einen schlankeren Körper. Die Kreuzotter besitzt senkrechte Pupillen und wirkt meist gedrungener. Das bekannte Zickzackband ist ein weiteres wichtiges Merkmal der Kreuzotter, kann aber bei manchen Tieren schwach ausgeprägt sein oder bei schwarzen Kreuzottern praktisch verschwinden.

Deshalb gilt auch hier: Eine Schlange muss nicht auf wenige Zentimeter Entfernung bestimmt werden. Abstand ist die einfachste und sicherste Lösung.

Häufige Fragen zu Schlangen in Bayern

Wie viele giftige Schlangen gibt es in Bayern?

Unter den heimischen Schlangenarten ist die Kreuzotter die einzige Giftschlange Bayerns.

Gibt es Kreuzottern in Bayern?

Ja. Kreuzottern kommen in Bayern vor. Geeignete Lebensräume befinden sich unter anderem in Mooren, lichten Wäldern, Flusslandschaften sowie im Alpen- und Voralpenraum.

Gibt es schwarze Schlangen in Bayern?

Ja. Besonders bekannt sind schwarze Kreuzottern. Diese melanistische Farbform wird auch Höllenotter genannt. Die Höllenotter ist keine eigene Art.

Gibt es Ringelnattern in Bayern?

Ja. Die Ringelnatter ist in Bayern verbreitet und besonders an Gewässer und Feuchtlebensräume gebunden. Sie ist für Menschen ungefährlich.

Gibt es Äskulapnattern in Bayern?

Ja, allerdings nur regional. Natürliche bayerische Vorkommen befinden sich vor allem im Südosten des Bundeslandes. Die Äskulapnatter ist ungiftig.

Gibt es Schlingnattern in Bayern?

Ja. Die Schlingnatter kommt regional in Bayern vor. Sie wird aufgrund ihrer Rückenzeichnung gelegentlich mit einer Kreuzotter verwechselt, ist jedoch ungiftig.

Greifen Schlangen Menschen an?

Heimische Schlangen suchen normalerweise keine Konfrontation mit Menschen. Verteidigungsbisse können vorkommen, wenn ein Tier gefangen, angefasst, bedrängt oder versehentlich getreten wird.

Können Schlangen in Bayern schwimmen?

Ja. Besonders Ringelnattern sind ausgezeichnete Schwimmer und können in Seen, Flüssen und Teichen beobachtet werden.

Sollte man eine Schlange vom Wanderweg vertreiben?

Nein. Normalerweise reicht es, Abstand zu halten und zu warten. Die Schlange wird den Weg meist selbst verlassen.

Darf man eine Schlange mitnehmen?

Nein. Heimische Reptilien sind geschützt und sollten grundsätzlich in ihrem natürlichen Lebensraum bleiben.

Schlangen in Bayern: Gefahr für Urlauber realistisch eingeschätzt

Für Touristen gehört eine Begegnung mit einer Schlange eher zu den seltenen Naturbeobachtungen als zu den typischen Gefahren eines Bayern-Urlaubs.

Von den heimischen Arten ist lediglich die Kreuzotter giftig. Ringelnatter, Barrenringelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter sind für Menschen keine gefährlichen Giftschlangen.

Wer beim Wandern festes Schuhwerk trägt, auf den Weg achtet und entdeckte Schlangen nicht anfasst, reduziert das Risiko eines Bisses erheblich.

Gleichzeitig lohnt sich ein etwas genauerer Blick auf die Tiere. Schlangen gehören zur heimischen Fauna Bayerns und erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Besonders seltene Arten sind auf den Erhalt ihrer Lebensräume angewiesen.

Die wichtigste Regel für Urlauber lässt sich deshalb sehr einfach zusammenfassen: Schlange sehen, Abstand halten und das Tier weiterziehen lassen.

Weitere Natur- und Ausflugsziele rund um München

Wer sich für Tiere und Natur interessiert, kann im Münchner Umland mehrere Ausflugsziele besuchen. Neben dem bereits erwähnten Forstenrieder Park bietet sich beispielsweise der Wildpark Poing an.

Eine große Auswahl an Tierarten gibt es außerdem im Tierpark Hellabrunn in München. Für Ausflüge in die Natur sind der Starnberger See und der Ammersee zwei gut erreichbare Ziele südwestlich von München.

Fazit: Schlangen in Bayern sind selten eine Gefahr

In Bayern leben mehrere Schlangenarten mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen. Die Ringelnatter ist eng mit Gewässern verbunden, die Schlingnatter bevorzugt häufig warme und strukturreiche Lebensräume und die seltene Äskulapnatter erreicht für eine heimische Schlange eine beachtliche Körperlänge.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Kreuzotter, denn sie ist die einzige heimische Giftschlange Bayerns. Ein Biss kann medizinisch relevant sein und sollte ärztlich abgeklärt werden. Gleichzeitig sind Kreuzotterbisse selten, weil die Tiere Menschen normalerweise ausweichen.

Für Wanderer, Badegäste und andere Urlauber besteht daher kein Grund, Schlangen in Bayern als großes Sicherheitsrisiko anzusehen. Wer Abstand hält und die Tiere nicht bedrängt, kann einer Begegnung gelassen begegnen>

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